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Balance Akt

Wer im Schwung das Gleichgewicht verliert, bekommt ganz automatisch Probleme. Um diese zu vermeiden, zeigen Martina Eberl und ihr Coach Tim Holroyd, worauf es ankommt:

Balance Problem

Damit Martina eine der besten Spielerinnen in Europa werden konnte, war es notwendig, an jeder der vier Säulen zu arbeiten.

 

Im ersten Schritt kam es darauf an, ihre Balance zu verbessern. Wer nicht richtig ausbalanciert ist, wird immer Schwierigkeiten haben, alle Bewegungen richtig auszuführen, die notwendig sind, um den Ball korrekt zu treffen. Darunter leidet dann auch die Präzision. Lassen Sie uns also einen Blick darauf werfen, was wichtig ist, wenn es um die Balance geht.

 

Seitdem ich als Golflehrer arbeite, musste ich immer wieder eines feststellen: Die meisten Golfer, egal wie gut oder schlecht sie spielen, haben Schwierigkeiten, die dynamische Balance zu halten, vor allem in der Bewegung. Bei Martina wirkten sich die Balance-Probleme folgendermaßen aus: Da ihr Gewicht in der Ansprechposition zu stark auf den Fersen lastete, war sie zwischen Hüftgelenk und unterem Rückgrat "zu eng".

 

Die Folge: keine Stabilität in der Ansprechposition. Daher war Martina im gesamten Schwung gezwungen, mit Kompensationsbewegungen eine ausbalancierte Position zu finden. Da sich der Körper zunächst nach vorne bewegen musste, betraf ihre erste Ausgleichsbewegung ihr linkes Knie. Dadurch verlagerte sich der Körpermittelpunkt in Richtung Zehen(Bild 1). Sie können sich sicherlich vorstellen, dass es mit dieser Gewichtsverteilung nicht leicht ist, den Schläger kraftvoll und effizient zu schwingen. Am Ende des Rückschwungs lehnte sie sich somit nach vorne, aber ihre Arme und der Schläger waren zu weit hinter dem Körper (ebenfalls Bild 1).Um aus dieser Position überhaupt einigermaßen sauber an den Ball zukommen, war eine weitere Kompensation nötig. Der Oberkörper musste sich leicht heben, so dass die Arme ungehindert nach unten schwingen konnten. So kam zu viel Bewegung in den Körper, und Martina war förmlich "verknotet". Anstatt locker und kraftvoll durch den Ball in eine ausbalancierte Endposition zu schwingen, schob sie ihren rechten Fuß nach außen (Bild 2).Eigentlich sollte die rechte Körperseite ihre Kraft zur linken Körperseitefeuern.

Bei Martina dagegen arbeitete der rechte Fuß gegen die Schwungbewegung nach vorne(Bild 3). Stellen Sie sich vor, Sie werfen einen Ball mit Ihrem rechten Arm. Indem Moment, in dem Sie den Ballloslassen, drehen Sie Ihren rechten Fuß in die entgegen gesetzte Richtung. Sie werden sofort merken, dass Sie Ihr Kraftpotenzial bei weitem nicht ausschöpfen können.

Korrekturen

Beim Schwung gibt es zwei Komponenten, auf die man achten muss: erstens den Körper und zweitens Arme, Hände und Schläger. Für Martina ging es nun darum, zu lernen, dass der Körper bzw. Arme, Hände und Schläger in ihren Bewegungen Kompromisse finden mussten. Mit den folgenden Übungen gelang es, Martina ein Körpergefühl zu vermitteln, das sie in ihre Schwungbewegung integrieren sollte.

1. Stand

Wir benutzten dazu zwei Kippbretter, auf die sich Martina so stellte, dass sie waagrecht waren (Bild 4).Keinesfalls durfte es aussehen wie auf den Bildern 5 und 6, wo zu viel Gewicht auf der Ferse bzw. den Zehen lag. Während des Schwungs mussten die Bretter waagrecht bleiben. Um dies zu erreichen, musste Martina ihre Ansprechposition verändern. Sie richtete den unteren Teil des Rückens etwas auf und brachte die Hüftgelenke über die Fersen. Damit kam ihr Schwerpunkt in eine zentrale Position. Sie erkannte schnell, dass ihr diese dynamische Ansprechposition angenehm ist: Der Körper fühlt sich leicht an und ist bereit für die Schwungbewegung .Ich vergleiche die Ansprechposition gerne mit der Startposition eines Sprinters. In dieser ist der Körper100-prozentig gespannt, aber sein Gewicht kaum zu spüren.

2. Schwung

Im zweiten Schritt ging es darum, Martina das korrekte Gefühl für die dynamische Balance im Schwung zu vermitteln. Während die Arme, Hände und der Schläger sich vertikal bewegten, sollte der Körper in einerhorizontal zentrierten Position bleiben. Die Übung hilft vor allem, zu verstehen, wie unterschiedlich sich der Körper bzw. Hände und Schläger während des Schwungs bewegen. Die Bedeutung der Balance wird veranschaulicht und der Schwung konstanter. Dazu benutzten wir die Kippbretter in Kombination mit einem Hula-Hoop-Reifen. Dank des Rings hatte Martina eine Orientierungshilfe, die ihr sofort Feedback gab. Martina stand auf den Kippbrettern und hielt den Reifen, wie auf Bild 7 zu sehen. Die Hände waren vor dem Körper, und der Reifen "durchschnitt" die rechte Schulter. Während Martina früher im Rückschwung zu flach war (Bild 8), entwickelte sie schnell ein Gefühl dafür, wie sie schwingen musste, damit der Reifen am Ende des Rückschwungs zwischen Kopf und Schulter ist (Bild 9). Dabei ist es wichtig, dass das rechte Knie leicht gebeugt bleibt und sich weiterhin über dem rechten Fuß befindet. Nur so ist es möglich, genügend Stabilität für die Bewegung von Armen und Schläger zu haben. Der Schläger kommt dadurch auf die richtige Schwungebene, die Stabilität für einen ungehinderten Schwung steigt.

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